Gewalt gegen Frauen ist kein Randproblem - Die Zahlen sind erschreckend publiziert am 28. Oktober 2018

Drohungen, einfache oder gefährliche Körperverletzung, Stalking oder sogar Mord


Gewalt gegen Frauen ist kein Randproblem – auch in unserer Gesellschaft. Jeden Tag erleben Frauen Gewalt – meistens im häuslichen Umfeld, ausgeübt vom Partner. Die Zahlen sind erschreckend: 2015 wurden laut Bundeskriminalamt über 104‘000 Frauen durch ihren aktuellen oder ehemaligen Partner misshandelt – durch Drohungen, einfache oder gefährliche Körperverletzung, Stalking oder sogar Mord. 

 

Doch das dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein. Das Bundesfamilienministerium geht davon aus, dass etwa zwei Drittel der Opfer selbst nach schwerwiegenden Gewalttaten nicht zur Polizei gehen, und keine Hilfseinrichtung aufsuchen. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes spricht gar davon, dass in Deutschland im Durchschnitt alle zwei bis drei Tage eine Frau von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner ermordet wird. Bei sexueller Gewalt ist die Dunkelziffer besonders hoch. Pro Jahr werden zwar etwa 8‘000 Vergewaltigungen in Deutschland angezeigt. Doch das ist nur ein Bruchteil der Wirklichkeit. Eine Studie in Niedersachsen kam zu dem Ergebnis, dass nur siehben Prozent der Sexualidelikte angezeigt werden. 

Letzter Ausweg für die gepeinigten Frauen ist häufig das Frauenhaus. 350 dieser Einrichtungen gibt es in Deutschland. Dazu gehört das Autonome Frauenhaus Lörrach. 16‘000 Frauen finden in Frauenhäusern Zuflucht. Die Kapazitäten reichen längst nicht aus, um den Bedarf zu decken.

 

Diese Zahlen sind erschreckend und zeigen: Wir müssen etwas tun und dürfen unsere Augen nicht verschließen. Daher liegt der Fokus unserer diesjährigen Spendenaktion auf dem Thema „Gewalt gegen Frauen“.  „An das Lörracher Frauenhaus wenden sich Frauen in ihrer Not aus dem gesamten Landkreis. Das Haus ist nahezu ständig voll belegt. Im vergangenen Jahr konnten fast 100 Frauen nicht aufgenommen werden. Hier wollen wir in diesem Jahr einen Schwerpunkt setzen und das Frauenhaus mit Spenden unterstützen, sodass mehr Kapazitäten geschaffen werden können," so Guido Neidinger, Vorsitzender des Vereins „Leser helfen“.